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Projektbeschreibung: Kontext

Die rasant wachsende Bedeutung des Internet für die wissenschaftliche Information und Kommunikation sowie die technische Entwicklung neuer Mediensysteme hat die Rahmenbedingungen wissenschaftlichen Publizierens erheblich verändert. Elektronisches Publizieren ist im Wissenschaftsbetrieb heute Standard. Das bezieht sich einerseits auf Preprints, andererseits auf parallel zu gedruckten Zeitschriftenartikeln und Büchern erscheinende Materialien und schließlich auch auf die ausschließlich elektronisch vorliegenden Informationen. Nicht nur das Publikationsverhalten sondern auch die Wahrnehmung wissenschaftlicher Information und das Rechercheverhalten von Wissenschaftlern hat sich damit grundlegend verändert. Informationen, die nicht online verfügbar sind, werden schon oft gar nicht mehr wahrgenommen.

Hinter dem scheinbar freien Zugang zu wissenschaftlich relevanter Information im Internet steht eine Infrastruktur, die unter maßgeblicher Beteiligung von und Finanzierung durch Bibliotheken betrieben wird. Insbesondere haben in Deutschland die Sondersammelgebietsbibliotheken wichtige Aufgaben und Dienstleistungen für die überregionale Literaturversorgung übernommen. Um zu gewährleisten, dass in Deutschland wissenschaftlich relevante Literatur der Forschung in allen Fächern zur Verfügung steht und um den Spitzenbedarf an wissenschaftlicher Fachliteratur abzudecken, wird von der DFG seit 1949 das Sondersammelgebietssystem organisiert und finanziell gefördert. In diesem kooperativen System der überregionalen Literaturversorgung betreut die SUB Göttingen das Sondersammelgebiet "Reine Mathematik" und die TIB Hannover das Sondersammelgebiet "Angewandte Mathematik".

Dieses, anfangs auf Printmedien ausgerichtete System, steht vor neuen Anforderungen, die sich aus dem Wandel der Informationstechniken ergeben. Mit Unterstützung durch die DFG werden dazu virtuelle Fachbibliotheken aufgebaut, die traditionelle Bibliotheksmedien und elektronische Materialien zu einem nahtlosen Fachinformationssystem verbinden. Ziel ist es, die Recherche nach wissenschaftlich relevanter Information für die Wissenschaftler wesentlich zu erleichtern. Im Jahre 1998 legte die DFG mit dem Memorandum zur Weiterentwicklung des Systems der überregionalen Literaturversorgung die konzeptionelle Grundlage für den Aufbau Virtueller Fachbibliotheken. Im Juni 2006 formulierte sie in ihrem Positionspapier: Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme: Schwerpunkte der Förderung bis 2015 weitere Schritte zur Umsetzung. Realisiert wird der Aufbau einer Virtuellen Fachbibliotheken in der Regel durch die entsprechenden Sondersammelgebietsbibliotheken.